Was sprießt da auf der Wiese?
Eine Bestimmungshilfe für häufige Wiesengräser

Die Zielgruppe:
Was sprießt da auf der Wiese? ist eine Bestimmungshilfe für Kinder und interessierte Pädagoginnen und Pädagogen in der Grundschule und an außerschulischen Lernorten

Das Ziel:
Das Buch hilft, mit einfachen, leicht verständlichen Merkmalen die wichtigsten Süßgräser, die auf Wiesen gefunden werden können, zu bestimmen.

Die Methode:
Zur Unterscheidung der Gräser wird untersucht, wie Blütenstand, Ährchen und Blüten gestaltet sind. Anhand von klaren Abbildungen und kurzen Beschreibungen gelangen auch ungeübte Wiesenforscher zu einem schnellen Ergebnis.

Der Vorteil:
Die Bestimmungshilfe ist vom Autor auf vielen Wiesenexkursionen mit begeisterten Kindern erprobt worden. Die Kinder erfahren, wie man Wiesengräser mit wenigen Schritten bestimmt.

Der Inhalt:

Hilfreich: Einige Dinge, die man über Gräser wissen sollte

Gebrauchsanweisung: Wie bestimme ich Gräser?

Steckbriefe: Jedes Gras in Bild und Wort

Wertvoll: Interessante Informationen über Gräser

Praktisch: Kopiervorlage für den Fragebogen „Mein Gras“


64 S., DIN A5, kart.

Auer Verlag, Dönauwörth

13,20 Euro

ISBN 978-3-404-04787-2


Besprechung:
Da sich das 64 Seiten schlanke Büchlein speziell an Schüler wendet, schließt es eine Lücke bei den herkömmlichen Gräser-Bestimmungsbüchern (...). Die Broschüre beinhaltet eine Gebrauchsanweisung, 33 Gräser-Steckbriefe, eine Kopiervorlage als Fragebogen und jede Menge Wissenswertes über Gräser. Um die Zielgruppe – junge Leute ab der 4. Klasse – nicht zu verschrecken, verzichtet der Autor klugerweise auf die lateinischen Pflanzennamen, ohne die die wissenschaftliche Bestimmungsliteratur nicht auszukommen scheint. Dennoch werden die Kinder im Vorwort als "Gräser-Forscher" bezeichnet. Dies wohl deshalb, weil sich die meisten Naturfreunde davor scheuen, aus dem Einheitsgrün einer Wiese mal einen Halm herauszuziehen und die Art fachmännisch zu bestimmen. Viel leichter geht das bekanntlich bei den auffällig blühenden Kräutern des Grünlandes. Zwar legte der Autor das Hauptaugenmerk der Bestimmungshilfe auf den Blütenstand, doch läßt sich die eine oder andere (noch nicht blühende) Art auch über die ebenfalls abgebildeten Blattmerkmale (Blattgrund, -häutchen und -öhrchen) ansprechen.

Sehr lobenswert ist der heutzutage notwendige Hinweis, dass die Wiesen nicht etwa gottgegeben, sondern unseren viehhaltenden Bauern zu verdanken sind. Wissenswert selbst für Lehrer ist ferner, wie sich das besondere Nachwuchsvermögen der Grasartigen nach häufigem Schnitt erklären läßt. Auch auf pädagogisch wichtige Superlative wie beispielsweise "das größte -, das kleinste, das schnellwüchsigste Gras" wird hingewiesen. Etwas allzu vereinfachend sind indes die aufeinander folgenden Abschnitte "Gräser machen krank" und "Gräser sind gesund". Die Schöpfung ist viel zu vielschichtig (vergl. GENESIS: "... ein jedes nach seiner Art"), als dass es möglich wäre, derartige Attribute holzschnittartig zu verteilen. 

Insgesamt ist das Büchlein jedoch ein hervorragendes Werk, da es die Schüler wegführt von den in diesem Alter noch völlig unnützen zellbiologisch und genetisch überfrachteten Bio-Themen und wieder hinführt zur erfahrenden Naturbeobachtung. Denn auf diesem Weg ist es der Schulpädagogik viel eher möglich, bei den Kindern ein Verständnis für ihre belebte Mitwelt zu wecken und damit die Grundlagen zum eigenen Überleben auf unserem ausgebeuteten Planeten zu legen.

Dr. G. Briemle in der Zeitschrift Oberschwaben naturnah