Was man bisher schon weiß

Erste Ergebnisse
Um etwas Licht in das Dunkel zu bringen wurde am Rand des Wurzacher Rieds eine Riedwiesenwusler-Forschungsstation eingerichtet. Einem der hier beschäftigten Forschern ist es immer wieder gelungen dieses merkwürdige Tiere im Freiland zu beobachten.

Schließlich ist es diesem Riedwiesenwusler-Forscher gelungen einige Wusler für Beobachtungszwecke zu halten. Die dabei gewonnenen Ergebnisse sollen hier erstmals zusammengefasst und der interessierten Öffentlichkeit kund getan werden. 

Gestalt
Von der Gestalt her ist er eher lang gestreckt und deutlich geringelt, wobei seine Ringel und die darunter verlaufenden Ringelmuskeln eher schräg verlaufen. Das unterscheidet ihn beispielsweise vom Regenwurm. Wegen seinen schrägen Ringelmuskeln kann er seinen Körper zusammenziehen, dann ist er kurz und dick und erinnert an ein dickes Michelin-Männchen. Genau so gut kann er sich lang strecken, dann sieht er eher aus wie ein schräggestreiftes, grünes Spagetti. Das einzige Zutreffende über seinen Körper ist dass er grün und polymorph ist. Das einzige was nie sein Aussehen ändert ist seine lange Nase und seine beiden großen, glubschigen Augen, mit denen er treuherzig blicken kann, als ob er kein Wässerchen trüben könne. Dabei hat er es aber faustdick hinter seinen nicht vorhanden Ohren, wie der Riedwiesenwusler-Forscher bereits mehrfach feststellen musste.

Körperfarbe
Die Körperfarbe des Riedwiesenwusler lässt sich mit grün nur unzureichend beschreiben, denn er kann seine grüne Grundfarbe, der jeweiligen grünen Umgebungsfarbe anpassen. Von blassgelbgrün bis dunkelblaugrün oder braunrotgrün, er hat die komplette Palette der Grüntöne einer Riedweise drauf! Damit ist er stets sehr gut getarnt und nahezu unsichtbar. Der zweite ist seine ständige Wuselei. Kaum da, ist er schon wieder weg gewuselt. Aus diesen Gründen ist es bisher auch noch nie gelungen ihn zu fotografieren. Basierend aus vielen, meist jedoch nur sehr kurzen Beobachtungen hat eine anderer Riedwiesenwusler-Forscher versucht seine Gestalt zu rekonstruieren (siehe untenstehende Abbildung). So oder so ähnlich, kann man sich ihn vorstellen, wenn er weder lang und dünn noch kurz und dick ist.  


Ernährungsweise

Von seiner Ernährungsweise her lässt sich nichts spektakuläres berichten. Als Bewohner von Riedwiesen ernährt er sich von allen Kräutern, Blumen und Gräsern, die auf der Riedwiese entsprechend der Saison wachsen. Von den Süßgräsern scheint er eine gewisse Vorliebe für das Wollige Honiggras zu haben. Sauergräser hingegen meidet er. Ihn jedoch als Vegetarier zu bezeichnen, ginge aber entschieden zu weit. Falls sich auf einem Gras oder in einer Blüte einer Riedwiesenblume, die er gerade verzehrt, Blattläuse oder andere kleine Tiere in der Blüte versteckt aufhalten, verschmäht er diese nicht.


Trotz Vermehrung -
über das Liebesleben ist noch nichts bekannt

In dem extra für Beobachtungszwecke eingerichteten Riedwiesenwusler-Freigehege ist sensationelles passiert. Die Riedwiesenwusler haben sich vermehrt! Obwohl sich Nachwuchs eingestellt ist über das Liebesleben der Wusler noch nichts bekannt. In einer Riedwiesenwusler-Aufzuchtstation werden die Nachkommen weitergezüchtet um sie der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ein Teil der gezüchteten Tiere wird von der Riedwiesenwusler-Auswilderungsstelle verbreitet.  


Weitere Forschungen notwendig
Um weitere Geheimnisse dieses merkwürdigen Tieres zu enträtseln bedarf es noch intensiver Forschungsarbeit. Über deren Ergebnisse soll dann zu gegebner Zeit hier berichtet werden.

Zur Ethymologie des Namens „Riedwiesenwusler“
Da immer wieder Fragen zur deutschen Namensgebung des Riedwiesenwusler und seiner exakten Aussprache an den Riedwiesenwusler-Entdecker und -forscher gestellt werden, sieht er sich dazu veranlasst, hier diese Fragen zu beantworten. 

Der Name „Riedwiesenwusler“ ist aus zwei Worten zusammengesetzt. Nämlich aus dem Substantiv  „Riedwiese“ und dem Verb „wuseln“. Durch die Kombination dieser beiden Wort wird im Namen einerseits der Lebensraum genannt, in dem der Riedwiesenwusler zum ersten Mal beobachtet wurde und in dem er sich am liebsten aufhält. Botanisch sind diese Riedwiesen innerhalb der Klasse Molinio-Arrhenatheretea als Verband Calthion palustris definiert. 

Andererseits drückt das Verb „wuseln“ die typische Fortbewegungsweise des Riedwiesenwuslers aus. Laut Duden (21. völlig neu bearbeite und erweiterte Auflage, 1996), Seite 838, hat das Verb „wuseln“ folgende Bedeutung: sich schnell bewegen, aber auch: geschäftig hin und her eilen. Nach R16, Seite 24, wird das unbetonte –e- im Wortinnern der Stammform „wuselen“ in der Standartsprache allgemein nicht ausgesprochen und ohne Verwendung eines Apostrophs geschrieben. Deshalb lautet die korrekte Schreibweise und Aussprache „Riedwiesenwusler“.

In die wichtigsten europäischen Sprachen wird der Riedwiesenwusler wie folgt übersetzt:

englisch: green meadow dasher

italienisch: scodinzolo di pratense